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Alt 25.11.2009, 12:45
Posh
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Standard Der Knickfuß-Pes valgus

Der Knickfuß – Pes valgus

Der Knickfuß ist wohl die häufigste Fehlstellung.

Allerdings muss er in seiner Entstehung/ Entwicklung unterschieden werden:

...in den Knickfuß , der sich aus dem Spreizfuß ( Abflachen des vorderen Quergewölbes) entwickelt,

...und in den Knickfuß, der sich aus dem Abkippen des Fersenbeines entwickelt.

Genau genommen ist der Knickfuß-
ein Senkfuß, der zusätzlich zum langsamen Einsinken/ Einbrechen des inneren Längsgewölbes auch noch langsam aus der achsengeraden Lotlinie des Beines im Oberen Sprunggelenk nach innen wegkippt.


Ein Knickfuß gilt als diagnostiziert, wenn eine Abwinkelung der Fersenpartie zur Unterschenkelachse von mehr als 10 Grad festgestellt werden kann. ( Messtechnik erkläre ich noch)

Während der Knickfußentwicklung kippt, irgendwann, der ganze Fuß nach innen (medial).
Der innere Knöchel tritt dann etwas hervor, da sich sowohl das Sprungbein
(Sprungbeinkopf) als auch das Kahnbein soweit verschoben haben, dass die Gelenkfläche des Oberen Sprunggelenkes zur Tibea und Fibula nicht mehr achsengerade steht.

Dadurch kommt die Dreipunktkonstruktion des Fußes aus dem Gleichgewicht,
(Ferse/ Mittelfußknöpfchen I & V als Träger des Gewichtes), denn der innere Fußstrahl wird erheblich überbelastet.( Groß-Zehen-Ballen und die Große Zehe)

Sowohl vom Rückfuß (Ferse) also auch vom Vorfuß ausgehend, löst die Valgusstellung (Knickstellung nach innen) einen Senkungsprozess des inneren Längsgewölbes und der gesamten Fußplatte aus.

Das führt zu einer gegensinnigen Verdrehung des Vorfußes gegenüber dem Rückfuß,

und führt im Spätstadium zu einer Destorsionskontraktur.
(Valgusfehlstellung des Rückfußes und Supinationsaufbiegung des Vorfußes).

Lediglich in der Betrachtung der aus dem Knickfuß resultierenden Folge-Schädigung der Großen Zehe ist die Entwicklungsrichtung des Knickfußes entscheidend. ( Hallux valgus oder Hallux rigidus/ limitus)




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  #2  
Alt 04.08.2012, 08:06
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Standard Die Knickfuß- Entwicklung aus dem Spreizfuß


Beim sich anfänglich entwickelnden Spreizfuß durch Überbelastung des Vorfußes, z.B. durch Tätigkeiten mit vorgebeugtem Oberkörper oder durch zu spitze / zu hohe Schuhe, senkt sich das vordere Quergewölbe.

Das vordere Quergewölbe ist zwar durch Bänder und einen quer laufenden, kräftigen Spannmuskel verklammert, ist aber ebenso wenig wie das innere Längsgewölbe gegen dauernde Überbelastung gewachsen.


Anstelle der Mittelfußköpfchen I und V haben die Köpfchen des II. III. IV. Mittelfußstrahles Bodenkontakt und werden zu Hauptbelastungspunkten.

Die Mittelfußknochen weichen während des Senkungsprozesses strahlenförmig auseinander, das Quergewölbe sinkt konkav ab und die Muskeln des kurzen Großzehenabspreizers und des langen Großzehenstreckers verändern ihre Zugrichtung.
(Hallux valgus)

Nun kann der Vorfuß tiefer in die Schuhscheide hineinrutschen, dabei werden sowohl die Große Zehe als auch die kleine Zehe (V) in die Valgität gedrängt.
Die Großzehe in Valgusstellung nimmt hierbei den Kleinzehen im Schuh den Platz und drängt sie nach plantar oder volar unter Ausbildung einer Krallen- oder Hammerzehendeformität

Der Hallux valgus ist die häufigste Begleiterkrankung des Spreizfußes, aber nicht die einzige bzw. letzte Folgeerkrankung.

Durch das fehlende Widerlager der nicht mehr steil stehenden Mittelfußknochen rutscht/ kippt der Rückfuß nach, da sich die Verbindungspunkte (Schiebegelenke) zwischen Mittelfußknochen und Rückfußknochen nicht mehr gegenseitig stützen. Der Fuß, der nun in seiner Längsachse durch die Mittelfußknochen nicht mehr „ausgesteift ist, senkt sich.
Es entwickelt sich ein sogenannter Senkfuß.

Dieser kippt dann auch meist nach medial ab zum Spreiz-Senk-Knickfuß, da das innere Längsgewölbe durch den bereits bestehenden Spreizfuß und den Senkfuß (unter der Fußbrücke) vorgeschädigt ist.

Auch kann die durch die Valgität/ X-Stellung geschädigte Große Zehe das Absinken des Inneren Längsgewölbe nicht kompensieren, ein Nachinnenknicken des ganzen Fußes ist somit fast unausweichlich.


Am getragenen Schuh ist die Funktionsstörung an der aufgebogenen Laufsohle unter der Großzehe und unter dem Großen Ballen zu erkennen (heißt Hallux valgus nicht umsonst auch "Großzehballen") und am deutlich verstärktem Sohlenabrieb unter dem Fußaußenrand, da der Fuß nicht natürlich über den Großen Ballen/ 2te Zehe abrollt beim Gehen, sondern über den Fußaußenrand.



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